Franz Hubmann ThPQ 165 (2017), 056–064
 
„Jenseits von Eden“
Vertreibung, Flucht und Asyl in der Bibel
 

Schon am Anfang der Bibel stehen Erzählungen von Vertreibungen, die das Ende der ursprünglichen Harmonie in der guten Schöpfung erklären. Da es sich um Ätiologien handelt, lässt sich vermuten, dass die späteren Texte von Vertreibung, Verfolgung und Flucht als geschichtliche Konkretionen dieser Paradigmen gedeutet werden können. Tatsächlich kann an einzelnen Beispielen ein ähnliches Muster nachgewiesen und dabei gezeigt werden, wie sich dies nicht nur in der Rede von Gott, sondern auch in der Gesetzgebung und in der Gebetssprache auswirkt. Letztlich äußert sich darin die auch von Propheten ausgemalte utopische Sehnsucht, den Urzustand wieder zu erreichen. (Redaktion)