Konrad Paul Liessmann ThPQ 163 (2015), 254–259
 
Das schlechte Gewissen
Über Muße und Bildung
 

Wenn aus der Arbeit eine Tugend und gleichzeitig aus dem Müßiggang der Anfang aller Laster wird, wenn selbst das Bildungswesen, in dem die Muße nicht nur sprachgeschichtlich beheimatet sein sollte, von Rastlosigkeit gekennzeichnet ist, wird es höchste Zeit für klare Worte. Mit Esprit und ungebrochenem Kampfgeist kritisiert Konrad Paul Liessmann den Mangel im Bildungsbereich an dem, was in der Antike „Muße“ genannt wurde. Ihre Verachtung in der Gegenwart „sabotiert nicht nur die Bildungsmöglichkeiten junger Menschen, sondern beeinträchtigt auch die Chancen einer Gesellschaft, sich in wichtigen Fragen neu zu orientieren, angesichts vieler ungelöster Probleme einmal innezuhalten, um zur Besinnung zu kommen und dann vielleicht wirklich einen Aufbruch zu wagen“.
(Redaktion)