Doris Bühler-Niederberger ThPQ 162 (2014), 339–348
 
Kindheit heute – ein soziologischer Blick
 

Die Wahrnehmung der Kindheit ist gegenwärtig zwischen Moderne und alten, stets neu bedienten negativen Vorstellungen angesiedelt. Warum auf sie oft ein besorgter Blick geworfen wird, lässt sich historisch erklären. Die Autorin deckt ebenfalls auf, wie Kindheit entweder überschätzt oder verkannt wird. Nicht alle Übel der Welt können oder müssen in der Wiege oder Kinderstube bekämpft werden, vielmehr sollte Kindheit als eine Lebensphase gesehen werden, die ihre eigene Qualität hat und ihren Wert nicht allein aus der Vorbereitung auf das spätere Leben schöpft. Dazu gibt sie einen Überblick über das Aufwachsen vor allem in Österreich und Deutschland, illustriert die individualisierten Kindheiten westlicher Länder in einem hochinteressanten interkulturellen Vergleich und ruft abschließend „ungleiche“ Kindheiten in Bezug auf Erfolg im Bildungswesen in Erinnerung. Nicht zuletzt will Doris Bühler-Niederberger hier dazu beitragen, „die Aufmerksamkeit von der angstbesetzten Fixierung auf Gefahren, die aus Mängel und Lücken der Erziehung erwachsen könnten, ein Stück weit zu lösen“.
(Redaktion)