Erfahrungsberichte ThPQ 161 (2013), 271–279
 

Ugur Boz
     Erfahrungen aus dem islamischen Kulturverein Traun/Oberösterreich

Ewald Heinz
     Dem Islam begegnen am Beispiel Telfs

 
Der Islam ist nicht mehr zu übersehen in unserer Gesellschaft. Eine Auseinandersetzung mit dieser Religion und insbesondere mit ihren Gläubigen als unsere Mitbürger ist dringend notwendig. Aus diesem Grund hat sich die Redaktion entschlossen, neben den sachlichen Beiträgen zur islamischen Religion und ihrer Praxis auch Berichte einzuschalten, in denen je ein Vertreter der muslimischen wie der christlichen Seite über die sozialen, politischen und auch religiösen Begegnungen und Erfahrungen mit der jeweils anderen Gruppe berichtet. Dem Leser/der Leserin wird nicht nur die deutlich unterschiedliche Länge der Berichte ins Auge springen; er/sie kann auch zwischen den Zeilen lesen und wahrnehmen, welche Seite gleichsam mehr zu sagen hat. Im Text des muslimischen Autors, des Generalsekretärs des Islamischen Kulturvereins in Traun, einer Vorstadt von Linz, ist die Not nicht zu übersehen, mit der die Gemeinde zu kämpfen hat, wenn es um die Realisierung der Projekte geht, welche ihren religiösen Bedürfnissen dienen. Politik und Medien haben mehr ihre eigenen Interessen im Blick als jene der muslimischen Gemeinde. Auf der anderen Seite kann der Integrationsbeauftragte der Marktgemeinde Telfs bei Innsbruck als Angehöriger der Mehrheitsgesellschaft viel mehr berichten. Es fehlen auch bei ihm nicht die negativen Momente, das Misstrauen der Bevölkerung gegen die Andersgläubigen, zugespitzt im Widerstand gegen das Minarett. Aber letzten Endes kann der Autor doch aufwarten mit interessanten Beispielen gelungener Begegnungen und erfolgreicher Aufklärung der Bevölkerung.
(Redaktion)