Franz Gruber ThPQ 160 (2012), 381–391
 
Glaube als Kontingenzbewältigung
 
Die moderne, funktional ausdifferenzierte Gesellschaft beurteilt den religiösen Glauben danach, welche Funktionen er für die sozialen Systeme und Individuen erfüllt. Religionssoziologie und Religionspsychologie haben besonders die kontingenzbewältigende Kraft des Glaubens in den Blick genommen: Glaube tröstet in den Widerfahrnissen des Todes, in unvermeidbaren Schicksalsschlägen und Unrechtserfahrungen. Aus theologischer Sicht ist diese Interpretation aber einseitig. Der Linzer Theologe Franz Gruber zeigt in seinem Beitrag, dass der Glaube zugleich Wahrnehmungsverschärfung von Kontingenzen ist, vor allem aber in die Haltung der zweckfreien Begegnung mit dem Transzendenten einführen will.
(Redaktion)