Peter Heintel ThPQ 159 (2011), 339–346
 
Der Verlust der Stille
Eine kulturkritische Diagnose
 
Beschleunigung, so meinen Soziologen, sei die Quintessenz der Moderne und ihrer Rationalisierung. Die Herrschaft über die Zeit sollte Freiheit, die Erweiterung der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten, die Effizienzsteigerung der Produktion etc. bringen. Aber zugleich sind wir immer mehr Beherrschte durch die "Eigenzeiten" der verschiedenen Systeme und Lebensverhältnisse. Am Phänomen der "Stille" brechen die Widersprüche auf. Der Klagenfurter Philosoph Peter Heintel beschreibt in seinem Essay die Ambivalenzen im Umgang mit Stille und Zeit. Er zeigt mit analytischer Schärfe, dass in unserer Schwierigkeit mit der Stille die Frage nach unserer Identität aufbricht.
(Redaktion)