Peter Hofer ThPQ 159 (2011), 162–167
 
Die Tröster und ihre Lügen
 
Das Wort „Trost“ ist einerseits einer der glücklichen Fälle, an denen unübersehbar wird, wie die Pflege der traditionellen Ausdrucksformen den christlichen Glauben sprachfähig macht auch für die Gegenwart. Trost ist ein unverbrauchtes Wort. „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ – so lässt ein namenloser Prophet vor 2500 Jahren Gott sprechen
(Jes 66,13), und niemand braucht dem heute eine Übersetzung oder Erklärung beizufügen. Andererseits gibt es bei dem, was sich Trost nennt, auch jede Menge enttäuschter Erwartungen. Mit dem Wort „Trost“ ist der Gegensatz von Wahrheit und Lüge auf dem Plan und es ist zu unterscheiden zwischen echtem und falschem Trost, zwischen verlässlicher Zusage und leeren Versprechungen.
(Redaktion)