Monika Leisch-Kiesl ThPQ 159 (2011), 11–18
 
Muss Kunst schön sein?
Schönheit aus der Sicht der Kunstwissenschaft
 
Seit der spätantiken Zeit gilt für die christliche Theologie das Schöne als der erhabene und heilige Ausdruck des Göttlichen, der sich in seiner Schöpfung und Offenbarung kundtut. Als rationale Einheit mit dem Wahren und dem Guten und als ästhetische Erwartung entstand ein Verständnis von Kunst, im öffentlichen und sakralen Bereich dem Schönen zu dienen. Doch die moderne Kunst verweigert sich sowohl der metaphysischen Letztbegründung als auch dem ästhetischen Vor-Urteil des Schönen. Sie zeigt ihre eigene Wahrheit, will den Blick auf das Andere richten. Kreative Spannung und Konflikte sind somit dem Verhältnis von Kunst und Religion eingeschrieben. Wir haben zwei Experten gebeten, auf die Frage nach dem Schönen in der Kunst im Verhältnis zu Theologie und Religion eine Antwort zu geben. Für den Grazer Fundamentaltheologen Gerhard Larcher geht es darum „der Religion durch den Dialog mit (zeitgenössischer) Kunst wieder Authentizität zu verschaffen“. Für die Linzer Theologin und Kunstwissenschaftlerin Monika Leisch-Kiesl besteht die Herausforderung im Gespräch mit der Kunst darin, „die unterschiedlichen Sprachen der Kunst zu lernen, das Sehen von Kunst einzuüben“.
(Redaktion)