Beate Beckmann-Zöller ThPQ 158 (2010), 160–169
 
Bildung zur Menschwerdung
Der Beitrag des christlichen Glaubens zur Entfaltung humaner Personalität
 
Angesichts der gegenwärtigen Diskussion um Bildung und Schulreform, die sich großteils in organisatorischen Beiläufigkeiten erschöpft, kann ein Beitrag zur Idee einer humanen Bildung aus christlichem Geist hilfreich sein und in der erschöpften Betulichkeit Vergessenes ans Licht bringen. In der großen Unsicherheit und Orientierungslosigkeit, in der unser Bildungswesen – von der Elementarschule bis zur Universität – von einer Reform zu anderen geführt wird, tut eine grundsätzliche Besinnung gut, die in Erinnerung ruft, dass ein gebildeter Christ, der auf seine Weise das Universum in sich versammelt und erneuert, sich nichts darauf einbildet, sondern dieses Ganze immer wieder in Gebet und Kult zurückgibt in das dunkle Licht des Schöpfergottes. Ein solcher Christ wird seine Bildung nicht narzistisch für sich allein bewahren und genial sein wollen, sondern verschenken im Dienst an den Freunden und an den Nächsten, im Dienst an den Glaubensgenossen und ihren Freuden und Nöten, und darüber hinaus im Dienst an den Mitmenschen überhaupt.
(Redaktion)