Ilse Kögler ThPQ 158 (2010), 11–19
 
Patchworkreligion, Theodiversität und eigener Gott –
nicht nur eine kommunikative Herausforderung
 
Das aufmerksame Hören und der interessierte Blick in die Welt von heute zeigen zusehends deutlicher eine „götterproduktive Zeit“, nicht zuletzt hervorgerufen durch die erweiterten Möglichkeiten von Kommunikation und Vernetzung. Ähnlich wie dem alten Gott werden den „neuen Göttern“ in Zeiten des Wandels, der Verunsicherung Hoffnung und Sehnsucht nach sinnstiftender Orientierung sowie das Bedürfnis nach Spiritualität eingestiftet. Darin wird freilich auch ein Scheitern der rein kognitiven Bildungsarbeit der institutionell verfassten Religionen erfahrbar. Es gilt, die unterschiedlichsten Gottes-bilder in vielfältiger Weise in Kommunikation zu bringen, zum Hinterfragen der eigenen Bilder anzuregen und nicht vorschnell zu harmonisieren. Auch im Bildungsgeschehen ist die Gottesfrage unabgeschlossen. Zeugnis für ein genuin christliches Gottesbild, einen Gott, der Beziehung ist, sind Menschen, die glaubwürdig aus dieser sie tragenden Hoffnung leben.
(Redaktion)