Sigrid Müller ThPQ 157 (2009), 369–378
 
Geben und Nehmen
 
Wenn Nächstenliebe das Markenzeichen christlicher Ethik ist und diese nach dem biblischen Zeugnis nicht nur mit der Selbstliebe im Gleichklang stehen (vgl Lev 19,18; Mk 12,29–31 par), sondern auch in der Gottesliebe verwurzelt sein soll, dann scheint alles gesagt zu sein, was für eine christliche Lebensführung wichtig ist. Verschränkt man jedoch diesen Grundsatz – wie es die Autorin in ihrem spannenden Aufsatz macht – mit der Handlungsregel, Geben sei seliger als Nehmen, dann erkennt man sofort, dass der genannte Gleichklang von Selbstliebe und Nächstenliebe eine Herausforderung darstellt und einen entscheidenden Beitrag für ein gelungenes Leben leistet.
(Redaktion)