Wilhelm Gräb ThPQ 156 (2008), 132–141
 
Wie Glaube entsteht: Das Konzept der Spiritualität
 
In einer Zeit, in der jeder Einzelne auf eigenen Überzeugungen stehen muss, kann sich die Theologie nicht mit der historischen, philosophischen und wissenschaftlichen Erläuterung der überlieferten Lehre zufrieden geben. Sie muss auch Hinweise geben, wo das, wovon die Rede ist, in die Existenz des Christen und in seine Lebenswelt eingreift, wo es Erfahrungen davon gibt. Diese Sehnsucht nach der Erschließung von geistlichen Ressourcen und persönlichen Erfahrungen wird heute meist mit dem vagen Begriff „Spiritualität“ umschrieben. Wilhelm Gräb, Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität, beschreibt, von einem geläuterten Verständnis dieses Phänomens ausgehend, die Wichtigkeit von Erfahrung und Lebensdeutung bei der Gestaltwerdung des Glaubens.
(Redaktion)