Monika Prettenthaler ThPQ 155 (2007), 382–391
 
Selbst verschuldet?
Zur kirchlichen Bußpraxis zwischen Ablehnung und Sehnsucht nach
versöhntem Leben
 
Offenbar akzeptieren immer weniger Gläubige die Definition ihrer vom Schuldigwerden und Schuldigbleiben geprägten Situation und die daran anschließende Bearbeitung, wie sie ihnen im sakramentalen Ritual des Bußsakraments angeboten wird. Sicher genügt es hier nicht, einfach „pastoral offensiv“ zu werden und den Katholiken, die man noch erreicht, die Notwendigkeit und den Sinn des Beichtens neu einzuschärfen; auch nicht, Seelsorger und Katecheten zur Ordnung zu rufen und neu auf die ungeliebte Aufgabe der Bußkatechese und Bußpredigt zu verpflichten. – Vielmehr muss überlegt werden, warum das sakramentale Ritual der Beichte in seiner vorherrschenden theologischen Deutung immer weniger als Chance für einen verheißungsvollen Umgang mit der Erfahrung des Schuldigbleibens einzuleuchten vermag. Dies tut Ewald Volgger, Liturgiewissenschafter an der Kath.-Theol. Privatuniversität Linz.
(Redaktion)