Michael Rosenberger ThPQ 155 (2007), 256–264
 
Das pilgernde Gottesvolk – eine Metapher in der Krise?
 
Seitdem im Zweiten Vatikanum der Begriff „Volk Gottes“ als ekklesiologische Basismetapher in kirchenamtliche Dokumente eingeführt worden ist, ist einerseits eine verstärkte Rückbesinnung auf diese biblische Rede festzustellen und auch gefordert, andererseits gibt es die Angst vor den mit diesem Bild verbundenen Implikationen der grundlegenden Gemeinsamkeit aller Glaubenden, die aller Unterscheidung durch ver-schiedene Dienste und Ämter vorausgeht. Johann Pock, Professor für Pastoraltheologie in Bonn, skizziert den biblischen Befund und bringt die Dimension des christlich-jüdischen Gesprächs mit ein. So wird die idyllische Verniedlichung ebenso wie die überbietende Deutung der Selbstbezeichnung Israels gleichermaßen vermieden und zugleich die Unverzichtbarkeit dieses ansprechenden und gefährlich herausfordernden Motivs herausgearbeitet.
(Redaktion)