Alfons Riedl ThPQ 153 (2005), 367–375
 
Scheitern dürfen
Zur moraltheologischen Spannung von Ideal und Wirklichkeit
im menschlichen Lebensvollzug
 
Angesichts einer amüsierten "Hoppala-Gesellschaft", die gern über Missgeschicke anderer lacht, und von "Reality-Shows", die selbst bei schlimmstem menschlichem Versagen noch ihr Publikum finden, stellt sich die Frage, was heute noch an moralischen Ansprüchen zumutbar ist und wie auf ein diesbezügliches Scheitern adäquat reagiert werden soll. "Der Mensch ist nicht perfekt" – dies muss zwar als Tatsache wahrgenommen werden, darf und muss aber auch als Herausforderung und Chance gesehen werden. Der emeritierte Linzer Moraltheologe Alfons Riedl macht hiefür auf die Maßgeblichkeit christlicher Moral aufmerksam, die verantwortliches Handeln stets auch unter dem Anspruch Gottes sieht, der selbst aus dem Scheitern noch Heil erwachsen lassen kann.
(Redaktion)