Anselm Bilgri ThPQ 152 (2004), 137–146
 
Gott in allem suchen – die benediktinische Ökonomie der Christus-Nachfolge
Das Kloster im Paradox von Wirtschaftlichkeit und Evangelium?
 
Wenn ein Mönch Überlegungen zu Geld und Reichtum anstellt, dann kann er nicht absehen von der eigenen Verpflichtung zu Armut und Besitzlosigkeit. Er wird daher die Grundlagen seiner Lebensweise ausführlich darlegen und mit den weltlichen Zielen vergleichen. Das tut im folgenden Beitrag auch der Prior des bekannten Klosters Andechs (Bayern), P. Anselm Bilgri, indem er seine anregenden Ausführungen zunächst auf ein massives biblisches Fundament stellt. Er zeigt, dass Jesu Predigten und Gleichnisse deutliche Hinweise darauf enthalten, wie angesichts der anbrechenden Gottesherrschaft mit Geld und Besitz umzugehen ist. Auch die frühe Christenheit folgte dieser Vorgabe und entwickelte u.a. die besondere Form der Nachfolge in der mönchischen Gemeinschaft. Anhand der Regel des HI. Benedikt zeigt Bilgri schließlich, dass Klöster gerade in der heutigen Zeit in beispielhafter Weise das Zusammenspiel von "ora et labora", Spiritualität und Ökonomie, vorleben können.
(Redaktion)