Hermann Steinkamp ThPQ 151 (2003), 339–347
 
"Leiten heißt Beziehung stiften." Ja – aber ...
 
Mit der zunehmenden Individualisierung von Religion einerseits und dem erfreulich vielfältigen Engagement von Getauften in den (Pfarr-)Gemeinden andererseits ist Gemeindeleitung verstärkt in ihrer Fähigkeit herausgefordert, Beziehungen zu knüpfen, verschiedene Gruppen zu vernetzen und insbesondere auch als Person ansprechbar zu sein und anzusprechen. Das ist mühsam und wird häufig als Überforderung empfunden. Die kritische Auseinandersetzung mit den aus der Tradition gewachsenen Beziehungs-mustern in der Leitung von Gemeinden mag auf diesem Hintergrund entlastend, aber auch herausfordernd sein. Hermann Steinkamp, Professor für praktische Theologie an der Universität Münster, vermittelt keine einfachen Lösungen für eine gelingende veränderte Praxis, vermag aber anhand einzelner Beispiele die Perspektive zu weiten. Der abrupte Schluss des Beitrags regt an zum (selbst-)kritischen Weiterdenken.
(Redaktion)