Reinhild Ahlers ThPQ 150 (2002), 115–124
 
Ein Recht auf Taufe?
Kanonistische Fragen
 
Taufe und Glaube gehören zusammen. Der Elternwunsch nach der Taufe der Kinder basiert freilich nicht selten eher auf volkskirchlich geprägter Konvention als auf persönlicher Glaubenshaltung. Gelegentlich zielt der Taufwunsch auch auf einen sehr allgemeinen religiösen Schutz und steht damit in Spannung zu der durch die Taufe vermittelten Eingliederung in die Kirche. Müsste in solchen Fällen nicht häufiger eine Taufe verweigert werden? Unsere Autorin, Verwaltungskanonistin in Münster und Professorin für Kirchenrecht an der dortigen Hochschule der Kapuziner, zeigt den dogmatischen und rechtlichen Rahmen auf, in dem heute die verschiedenen Wege zur Taufe und alle konkreten pastoralen Entscheidungen stehen. Gegen eine engherzige Sorge um eine verantwortete Sakramentenpraxis plädiert sie für größeres Vertrauen auf die Kraft Christi, des eigentlichen Spenders aller sakramentalen Gnade.
(Redaktion)