Matthias Scharer ThPQ 145 (1997), 376–383
 
Wieviel Religion braucht die Schule?
Zur gesellschaftlichen Plausibilität von Religions- und Ethikunterricht
 
In mehrfacher Hinsicht ist, speziell in Österreich, das Verhältnis von Kirche(n) und Schule neu ins Gespräch gekommen: Die Abmeldung vom Religionsunterricht beziehungsweise die Nichtteilnahme konfessionsloser SchülerInnen wirft die Frage auf, wie der im Schulorganisationsgesetz festgeschriebene Auftrag der Schule weiterhin gewährleistet werden kann. Die Diskussion um eine mögliche Einführung eines Ethikunterrichtes für jene SchülerInnen, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, hat die Frage nach der gesellschaftlichen Plausibilität eines konfessionell gebundenen Religionsunterrichtes neu angeheizt. Schließlich steht die Gesellschaft relativ hilflos dem Phänomen gegenüber, daß die zunehmende Individualisierung von Weltanschauungen zu einer Pluralität der Religionen führt, die zum Teil freischwebend und nicht mehr konfessionell eingebunden wirksam werden. Auf dem Hintergrund dieser aktuellen Herausforderung fragt unser Autor, Professor für Katechetik und Religionspädagogik an der Universität Innsbruck, nach dem grundsätzlichen Verhältnis von Kirche – Religion – Schule – Gesellschaft.
(Redaktion)