Heribert Wahl ThPQ 145 (1997), 245–255
 
"Alles ist Fragment" – aber Fragmente sind nicht alles!
Rückfragen eines Pastoraltheologen und Psychoanalytikers
 
Poensgen formuliert theologische Bedenken gegen eine von ihm mit dem Stichwort „heilende Seelsorge“ belegte Tendenz, die Pastoral den postmodernen Ideologien von Ganzheitlichkeit und Selbstverwirklichung auszuliefern. Er hat dabei Trends im Auge, die aus pastoralpsychologischer wie gesellschaftsdiakonischer Sicht tatsächlich höchst problematisch sind. Unser Autor, Dozent an der Universität München, meint allerdings, der globale Vorwurf eines neuen, nun „therapeutischen Dogmatismus“ an die Adresse „der“ aktuellen Seelsorge schieße weit übers Ziel hinaus; seine Kritik diskreditiere weite Teile der heutigen pastoralpsychologischen Seelsorgebewegung und leiste (gerade auch gegenüber der Kirchenleitung) dem – berechtigten und erhöhter Aufmerksamkeit bedürftigen – Anliegen des Autors einen Bärendienst.
(Redaktion)