Walter Raberger ThPQ 144 (1996), 398–411
 
„Ordinationsfähigkeit“ der Frau? Anmerkungen zum Thema „Frauenpriestertum“
 

Der Verfasser dieses Beitrages ist sich dessen bewußt, daß er sich möglicherweise der Schelte aller jener wird aussetzen müssen, die eine Wortmeldung nach „Schluß der Debatte“ als einen Verstoß gegen die Regeln der Geschäftsordnung werten. In dieser Situation befindet man sich zumal dann, wenn man sich anschickt, einem allerletzten Wort der für die Glaubenswahrheit zuständigen Oberbehörde nachzubrummeIn. Ein solches allerletztes Wort scheint jedenfalls mit dem am 22. Mai 1994 veröffentlichten „Apostolischen Schreiben von Papst Johannes Paul II. über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe“ (Ordinatio Sacerdotalis) gesprochen worden zu sein, wenn es u. a. dezidiert heißt: „Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), daß die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und daß sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“
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