Severin Lederhilger ThPQ 144 (1996), 362–373
 
Diakonat der Frau – Kirchenrechtliche Konsequenzen
 

„Umbruch als Chance“ überschrieb die Österreichische Pastoraltagung im Dezember 1994 die Auseinandersetzung mit dem Amt in der Kirche, wobei W. Beilner forderte: „Aus dem Neuen Testament dazulernen!“. Bezogen auf die Frage nach dem Diakonat für die Frau mag man an einen ähnlichen Ausgangspunkt denken, wobei man sich auf eine Wirkungsgeschichte berufen könnte, in der je neue Konkretionen der Gestaltung des kirchlichen Sendungsauftrages verwirklicht wurden. Hinsichtlich des diakonalen Dienstes stehen in der Tradition unterschiedliche Erfahrungen zur Verfügung, denen gemeinsam ist, daß stets auf vorgängige gesellschaftliche Strukturen, Erwartungen und Notwendigkeiten reagiert wurde. Als gelungenes Beispiel der neueren Geschichte ist die (Wie der-)Einführung des Ständigen Diakonates auf dem II. Vatikanischen Konzil anzusehen. Dabei fand sich dieses im damaligen Horizont nur für Männer konzipierte Weiheamt ähnlichen Einwänden ausgesetzt, wie sie nunmehr auch im Zusammenhang mit der Frage nach der diakonalen Ordination der Frau vorgebracht werden. So wurde die Sakramentalität ebenso in Frage gestellt wie die Opportunität hinsichtlich der Zölibatsdebatte durch die Eröffnung des Zugangs für Verheiratete. Entscheidenden Einfluß hatte jedoch die zeitgerechte wissenschaftliche Aufarbeitung der Thematik, die nunmehr auch hinsichtlich des Diakonates der Frau in entsprechender Weise ansteht und seitens des Lehramtes eingefordert wird.
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