Christoph Niemand ThPQ 144 (1996), 351–361
 
„… damit das Wort Gottes nicht in Veruf kommt“ (Titus 2,5)
Das Zurückdrängen von Frauen aus Leitungsfunktionen in den Pastoralbriefen – und was daraus heute für das Thema „Diakonat für Frauen“ zu lernen ist
 

Die sogenannten Pastoralbriefe des Neuen Testaments (1. und 2. Timotheus, Titus) dokumentieren und betreiben die Zurückdrängung von Frauen aus kirchlichen Lehr- und Leitungsfunktionen, wozu auch das Diakonat gehörte. Wenn man aber auf die theologische Mitte und die ekklesiologische Absicht blickt, die den Autor der Pastoralbriefe zu dieser Positionsnahme damals führten, wird deutlich, daß ebendiese ekklesiologische Absicht heute dazu führen muß, den gegenläufigen Prozeß einzuleiten: Christliche Frauen zu bitten, wieder am Amt in der Kirche, hier konkret am Diakonat, teilzunehmen.
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