Józef Niewiadomski ThPQ 144 (1996), 339–348
 
Notwendige, weil Not-wendende Diakoninnenweihe
 
Durch das päpstliche „Nein“ zur Priesterweihe der Frauen, durch die unzähligen plakativen Schlagzeilen und Talkshows und durch die Priesterinnenweihe in den anderen Kirchen verwandelte sich das Verhältnis zwischen der katholischen Kirche und den Frauen fast zu einem Positionskrieg. Die Fronten sind klar; scheinbar unüberbrückbare Gräben markieren die Grenzen der Verständigung; das regelmäßige „Abfeuern“ von Argumenten, das kaum eine Veränderung bewirkt, gehört zum Ritual. Je länger ein solcher Krieg dauert, desto „normaler“ wird er. Die Geschäftigkeit des Alltags gewinnt letztlich Oberhand und prägt das Bild solcher Kriege. Die Oberfläche täuscht aber. Unzählige leiden still unter den aufgerichteten Fronten. Ihr Leid und ihre Hoffnungen unterlaufen auch stets die verordneten Gräben und nehmen mitten im Krieg die Versöhnung vorweg.
Die wichtigste kirchliche Gruppe, die von dem kulturtheoretisch verordneten Positionskrieg betroffen ist, stellen jene Frauen dar, die seit Jahren aktiv in der Kirche mitarbeiten und auch etliche Ämter innehaben. Deren Hoffnungs-, aber auch Leidenspotential stellt für das kirchliche Lehramt eine große Herausforderung, für die kirchliche Gemeinschaft aber eine große Chance dar: Es verlangt geradezu danach, in die sakramentstheologische Dimension des Ordo integriert zu werden. Welche Nöte kann eine solche Integration wenden? Wie soll sie vor sich gehen, gerade angesichts des päpstlichen „Nein“ zur Priesterweihe der Frau?
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