Alois Riedlsperger ThPQ 144 (1996), 227–235
 
Neue Armut braucht neue Solidarität
 
Bilder des Elends aus den armen Ländern des Südens, Bilder der Not aus den Kriegsgebieten im Süden unseres Landes werden uns täglich durch Fernsehen und Printmedien ins Haus geliefert. Die neue Armut, die sich in den reichen Ländern ausbreitet, fällt weniger auf. Langzeitarbeitslose, Alleinerzieherinnen, Familien mit mehreren Kindern und einem bescheidenen Einkommen sind Opfer einer Erwerbsarbeitsgesellschaft, die mehr und mehr Menschen ausgrenzt. Denn auch Sozialversicherungen und sonstige soziale Netze werden über Erwerbsarbeit finanziert. Was nötig ist, sind neue Formen und Anknüpfungspunkte für die Finanzierung des Sozialstaats und eine neue, gemeinwohlorientierte Solidarität, die Entfaltungschancen für alle Menschen zum Ziel hat.
(Redaktion)