Bruno Premietshofer ThPQ 143 (1995), 372–381
 
Warum sollte der Staat Großkirchen fördern?
 
Durch die Schaffung gesetzlich anerkannter Kirchen (Religionsgesellschaften) nimmt der Staat eine Privilegierung (Förderung) derselben vor. Diese Kirchen bilden aufgrund ihrer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung einen stabilisierenden Faktor in der Gesellschaft und sind Dialogpartner für den Staat bei der Entscheidung wichtiger gesellschaftspolitischer Fragen. Mit ihren Leistungen auf dem Schulsektor, der Alten- und Krankenfürsorge, sowie auf kulturhistorischem Gebiet sind die Kirchen eine bedeutende (finanzielle) Entlastung für den Staat. Die auf diesen Gebieten durch den Staat erfolgende Förderung liegt daher in dessen eigenem Interesse. – Der Autor ist Professor für Kirchenrecht an der Universität Wien.
(Redaktion)