Józef Niewiadomski ThPQ 143 (1995), 159–169
 
„Menschen, Christen, Priester …“ Dogmatische Überlegungen zur Amtstheologie
auf dem Hintergrund der Diskussion über „kooperative Seelsorgemodelle“
 
Die Frage nach theologischer Tragweite der Entscheidung, Leitungsaufgaben in den Gemeinden in die Hände von nicht geweihten Amtsträgerinnen und -trägern zu legen, ist eine der wichtigsten dogmatischen quaestiones disputatae im Kontext der kooperativen Seelsorgemodelle. Der Autor, Professor für Dogmatik an der Theologischen Fakultät in Linz, will mit seinen – bewußt in Thesenform konzipierten – Überlegungen keineswegs eine ausgereifte Amtstheologie vorlegen. Eine solche ist gerade angesichts der tastenden Schritte in der Praxis noch lange nicht in Sicht; die ungewöhnliche Struktur des Textes soll den fragmentarischen Charakter betonen und den Anschein einer geschlossenen Konzeption verhindern (deswegen auch der bewußte Verzicht auf den wissenschaftlichen Apparat). Die Thesen verstehen sich als Markierungssteine für einen noch zu führenden intensiven Auseinandersetzungsprozeß über die Frage nach der Sakramentalität des Amtes. Die Entwürfe zu diesen Thesen haben sich in den Diskussionsrunden mit den Priesteramtskandidaten, Laientheologinnen und Theologen als hilfreich erwiesen, sowohl für die Strukturierung der Gesprächsprozesse, als auch für die Integration von Konflikten, Frustrationen, aber auch Hoffnungen. Die Nummerierung soll die Argumentationsschritte zu erfassen helfen; die unterschiedliche Länge ist durch die Entscheidung bedingt, zum jeweiligen Schritt das Minimum zu sagen, ohne allzu große Misverständnisse zu provozieren.
(Redaktion)