Klaus Heidegger ThPQ 142 (1994), 253–262
 
Europäische Union und Nationalismus
 
Verschiedene Tendenzen kennzeichnen das politische Leben in Europa. Einerseits brechen überall ethnische Nationalismen hervor, auf der anderen Seite verdunsten staatliche Nationalismen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes. Schließlich taucht auch ein Ersatznationalismus auf, der eine europäische Supernation als Identifikationsmöglichkeit anzeigt. Kann angesichts solcher Spannungen die Europäische Union zu einem solidarischen und völkerverbindenden Projekt werden? Viele glauben dies nicht. Im folgenden Beitrag wird der Integrationsprozeß zur EU einer grundsätzlichen Kritik unterzogen; einige Hoffnungsimpulse bezüglich der Rolle der Kirchen in politischen Einigungsprozessen schließen sich an. Der Autor ist Theologe, nimmt derzeit teil am „Programm on Nonviolent Sanctions“ am Center for International Affairs, Harvard University, Cambridge/Mass. und arbeitet bei der Civilian-based Defense Association mit.
(Redaktion)