Victor Conzemius ThPQ 142 (1994), 234–241
 
Nationalismus und Katholizismus
 
„Katholizismus“ und „Nationalismus“ stellen an sich einander ausschließende Impulse dar. Deren Verhältnis blieb aber seit dem Aufkommen der nationalen und nationalistischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts niemals eindeutig. Auf der Ebene der Weltkirche verurteilte der Heilige Stuhl zwar den Nationalismus eindeutig, diese Verurteilung war allerdings weniger theologisch motiviert, die Auseinandersetzung um den Zerfall des Kirchenstaates und die Einigung Italiens spielte eine wichtige Rolle. In den einzelnen Ländern gab (und gibt) es dagegen starke Symbiosen der katholischen und nationalistischen Impulse. Unser Autor, em. Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät in Luzern, beschreibt die zahlreichen Nuancierungen und Widersprüche, die das Verhältnis der Katholiken zur nationalen Idee in den letzten hundert Jahren prägten.
(Redaktion)