Markus Lehner ThPQ 142 (1994), 137–144
 
Zwischen den Stühlen – Laie im Hauptberuf
 
An der emotionsgeladenen Diskussion über die Forderung nach einer ,ehrenamtlichen Mitarbeit‘ hauptamtlich in der Seelsorge angestellter Laien zeigt sich das Dilemma dieses Berufsstandes, dessen Tätigkeit im Niemandsland zwischen Berufsarbeit im arbeitsrechtlichen Sinn und Amt im kirchlich-dogmatischen Sinn angesiedelt ist. Derartige Spannungen waren von Anfang an gegeben, wie der Autor, Assistent am Institut für Pastoraltheologie an der Linzer Theologischen Fakultät, aufzeigt. Er bemüht sich um eine Vision, die diese Spannungen erträglicher machen würde, einen Weg jenseits der gängigen Schlagworte von ,Klerikalisierung der Laien‘ beziehungsweise ,Säkularisierung der Amtsträger‘, ,Expertenkirche‘ oder ,Kirche des Volkes‘. Er spricht sich klar für ,Professionalität‘ als Kriterium hauptberuflicher Tätigkeit aus, betont aber gleichzeitig, daß man im kirchlichen Kontext nicht umhin kommen wird, auch die Frage nach dem Grad und der Art der Bindung der kirchlichen Gemeinschaft an ihre hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stellen.
(Redaktion)