Józef Niewiadomski ThPQ 142 (1994), 3–11
 
Einmaligkeit und Anspruch
Jüdisch-christliche Tradition in einer multikulturellen Welt
 
Unsere Alltagskultur fordert auf verschiedene Art und Weise die Überzeugung von der „Gleichheit aller Religionen“: Ob sie alle „irgendwie wahr“, oder auch „falsch“ sind, auf jeden Fall gehören sie in den „einen göttlichen Eintopf“. Eine Infragestellung religiöser Ansprüche (wie dies die sog. Pluralistische Theologie der Religionen tut), aber auch eine formalisierte Diskussion über die Legitimität solcher Ansprüche geht an den nivellierenden Tendenzen der Alltagskultur vorbei. Nicht Preisgabe, sondern theologische Selbstbesinnung auf die Inhaltlichkeit religiöser Ansprüche bringt kreative Impulse für die Gestaltung des kulturell-politischen Lebens und verhindert den destruktiven Fundamentalismus. Dieser Überzeugung ist der Autor, Professor für Dogmatik an der Theologischen Hochschule in Linz.
(Redaktion)