Walter Groß ThPQ 141 (1993), 111–120
 
Propheten und Prophetie im Alten Testament
 
Aktualisierende Rede über prophetische Sendung, Aufgaben und Zukunftsprogramme bedarf stets neu der Orientierung an den biblischen Texten. W. Groß, Professor für Altes Testament in Tübingen, gibt einen sehr kompetenten, dichten und nüchternen Überblick (1) zur Vielfalt der Bezeichnungen prophetischer Phänomene beziehungsweise Gruppen (2), zur Rolle der Propheten in der Gesellschaft Altisraels, besonders der Schriftpropheten, sowie (3) zu ihrer politischen Botschaft in Israel, ihrem Scheitern und dem Weiterleben in der Deutung der Prophetenbücher. So könnte die Vielschichtigkeit des Prophetenbildes zum Überdenken des breiten Spektrums kirchlicher Strömungen anregen. Das Beispiel der Sozialkritik des Amos (4) illustriert die Bedeutung der Unterscheidung zwischen der Intention der ursprünglichen Verkündigung (Gericht) und der schriftlichen Sammlung als gefährlicher Erinnerung und Zukunftsprogramm.
(Redaktion)