Georg Wildmann ThPQ 141 (1993), 13–25
 
Zur katholischen Friedenslehre und Friedensförderung im letzten Jahrzehnt – Amtskirchliche Perspektiven und theologische Konzepte
 
Vor zehn Jahren wurde in dieser Zeitschrift nach dem theoretischen Stand der katholischen Friedensethik gefragt (Georg Wildmann, Wo steht die katholische Friedensethik, in: ThPQ 130 [1982], 313-327; vgl. auch ders., Die katholische Friedensdiskussion 1982-1984, in: ThPQ 133 [1985], 59-66). Seit damals ist eine Dekade verflossen, die wohl als eine der bewegendsten dieses Jahrhunderts in die Geschichte eingehen wird. Der Versuch, sich auf wenigen Seiten eines ethischen Bereiches zu vergewissern, der sich einerseits auf die theologischen Disziplinen der Dogmatik und Exegese stützen muß, andererseits aber auch auf die geopolitische, militärstrategische, ethnosoziologische und psychosoziale Empirie angewiesen ist, muß notgedrungen mit dem Stigma des Unvollständigen und in mancher Hinsicht vielleicht auch Dilettantischen behaftet sein. Der Hinweis auf einige sich abzeichnende Perspektiven mag aber immerhin dienlicher sein als die Resignation angesichts der schieren Unüberschaubarkeit der Informationen, die sich sowohl seitens der KirchenIeitungen wie der Experten akkumulieren und im Nichtfachmann das Gefühl der Verlorenheit hervorrufen. Die vorliegenden Anmerkungen beschränken sich in der Hauptsache auf die Äußerungen der Amtskirche zur Friedensethik sowie deren Aktivitäten zur Friedensförderung und fügen eine weitgehend kritikfreie Nachskizzierung zweier provokanter theologischer Konzepte an. Nachgezeichnet werden die politisch sensiblen u. theologisch kontroversiellen Aspekte. Der Autor ist pensionierter Religionsprofessor in Linz.
(Redaktion)