Urs Baumann ThPQ 140 (1992), 3–19
 

„Gedenken“ und „Erinnern“.
Nachdenken über die Zukunft des ökumenischen Abendmahlgesprächs

 
Den Verfasser, Dozent in Tübingen, bewegt die schmerzliche Spannung, daß das Herrenmahl, von Anfang an Bekenntnis der Kirche zu Jesus als Messias und Ausdruck der Kirchengemeinschaft, zum Zeichen der ex-communicatio unter Christen geworden ist. Angesichts der Herausforderung der gegenwärtigen Traditionskrise des Glaubens versucht dieser „theologische Essay“ das Gespräch über die Eucharistie weiterzuführen. Der erste Teil bietet eine anspruchsvolle Skizze zum Eucharistieverständnis in der Geschichte mit ihren Stationen und Problemen (NT – Mittelalter – Reformation – Tridentinum) sowie über das Ringen um das Herrenmahl in den ökumenischen Dokumenten der Gegenwart. Davon ausgehend bietet der zweite Teil weiterführende Impulse. Die Gegenwart Christi in der Eucharistie reicht über die personale Gegenwart in den Mahlgaben von Brot und Wein hinaus. Gott ist unser eingedenk um Christi willen und Christus ist unser eingedenk bei Gott.
(Redaktion)